Was Gott verbunden hat

Das Kloster Jakobsberg gehörte bis zur Übernahme durch St. Ottilien zu dem Zisterzienzer-/Trappistenkloster Echt in den Niederlanden. Pater Raphael war wohl für die Liegenschaft Ockenheim verantwortlich. Er weilte daher öfters in Ockenheim, auch in der Zeit als die Trappisten das Ockenheimer Kloster bereits verlassen hatten und dieses an die Jesuiten vermietet war. Er war ein großer kräftiger Mann und bei den Ockenheimern äußert beliebt. Sein guter Appetit war legendär. Dass er auch einen guten Wein schätzte, machte ihn bei der Bevölkerung noch sympathischer. Gerne lud man ihn zu privaten Feierlichkeiten ein – so auch zur Hochzeit meines Onkels.  Wie üblich wurde vorher geschlachtet und bei der Feier reichlich und in mehreren Gängen aufgetischt. Die Fleischportionen waren für heutige Verhältnisse groß. Auf der Fleischplatte waren auch zwei Schnitzel, die in der Pfanne zusammengebacken waren. Pater Raphael pickte mit der Fleischgabel in eines der Schnitzel und verkündete „Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen“. Er hievte das Schnitzelpaar mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck auf seinen Teller und verspeiste es mit Genuss. Trotzdem blieb noch genug „Luft“ im Magen für einen doppelten Nachtisch.

Anmerkung: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 11. Juni 2013 auf geschichte-ockenheim.de.

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