Frauenalarm im Kloster

Kloster Jakobsberg zu Zeit der Jesuiten… Mein Vater hatte im landwirtschaftlichen Ökomomiebereich regelmäßig berufliche Tätigkeiten zu verrichten. Dieser lag etwas abseits vom eigentlichen Klostergebäude. Als im Winter Schnee lag, beschloss er, mich mitzunehmen, damit wir danach den Berg runterrodeln. Ich war noch viel zu klein, um alleine rodeln zu können. Warm verpackt in Hose, Jacke und Mütze kam ich ich als kleiner Dreikäsehoch mit meinem Vater an der Klosterpforte an. Äußerlich von einem Jungen nicht zu unterscheiden fragte der Jesuitenbruder an der Pforte aber genau nach, wohl weil er wusste, dass mein Vater eine Tochter hatte. Mit der Aussage „Frauen dürfen nicht rein“ beharrte er darauf, dass ich mich unter seiner strengen Bewachung in eine Ecke der Pforte setzen musste bis mich mein Vater wieder abholte. Danach war er sichtlich froh, die Frauengefahr im Kloster wieder los zu sein.

Anmerkung: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 18. Juni 2013 auf geschichte-ockenheim.de.

Ein Gedanke zu „Frauenalarm im Kloster

  1. Köller, P. Franziskus sagt:

    1965 hatte ich die Gelegenheit, mit 2 Mitstudenten eine Balkanreise zu unternehmen: Mitfeier einer Primiz auf dem Dorf in Bosnien, Serbien, Makedonien, Griechenland. Mit bischöflichen Bescheinigungen ausgestattet konnten wir sogar Tage auf der Halb-Insel Athos, der autonomen Mönchs-Republik im Norden Griechenlands, verbringen und die herrlichen Athos-Klöster erwandern.
    Die größten zugelassenen weiblichen Wesen dort waren die Katzen; schon Hunde gab es nicht mehr auf der Halbinsel; die für die Transporte nötigen Esel – allesamt männ-lich – waren außerhalb des Athos aufgezogen und „klausur-getreu“ importiert worden.
    (Heute denken wir nicht mehr so eng – und das auch in anderen klösterlichen Fragen.)

    P. Franziskus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.