Die Pfalz und die Palz

Wenn Oma früher erzählte, fiel schon mal des öfteren die Aussage „Der/die stammt aus de Palz“. „Palz“, wie man im rheinhessischen Dialekt die „Pfalz“ ausspricht. Allerdings stammten jene Personen aus Aspisheim oder Ober-Hilbersheim, also aus dem nördlichen Rheinhessen. Genauso die „Tramps von der Pfalz“, die 1979 in der Mainzer Fastnacht Erfolg feierten. Angekündigt wurden sie vom damaligen Sitzungspräsidenten Rolf Braun als „Tramps vun de Palz“. Dabei stammen diese aus Wörrstadt, das mitten in Rheinhessen liegt.

Grund ist der jahrhundertealte Grenzverlauf zwischen Kurmainz und Kurpfalz. Während Ockenheim – wie auch Dromersheim und Gau-Algesheim  – zum katholischen Kurmainz gehörte, verlief die Grenze zur südlich liegenden evangelischen Kurpfalz über den Jakobsberg. Aspisheim und Appenheim gehörten bereits zur Kurpfalz, umgangssprachlich „Palz“ genannt. Obwohl Rheinhessen bereits 1816 als Folge des Wiener Kongresses am grünen Tisch neu geschaffen wurde, haben sich die alten Grenzen noch weit über hundert Jahre in den Köpfen der Menschen gehalten.

Anmerkung: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 4. Juni 2013 auf geschichte-ockenheim.de.

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