Die Ordnung „Vn der dinstknechte wegen“ von 1421

Vor einer Zeit habe ich hier und im Gemeinschaftsblog „Mittelalter“ über ein Urkundenregest von 1422 über freigelassene Weberknechte gebloggt. Klaus Graf und Jean-Dominique Delle Luche machten mich auf die Einheitsbewegung der Handwerksgesellen auf der Walz im Spätmittelalter aufmerksam, dem ich in den letzten Wochen nachgegangen bin:

Matheus bezeichnet die Gesellenwanderung im 15. Jahrhundert als „unruhiges Element“ (Matheus, S. 13). Mit ihren überregionalen, genossenschaftlichen Zusammenschlüssen versuchten sie, eigene Interessen durch Boykott und Streik durchzusetzen. Ein solcher überregionaler und zudem sehr einflussreicher Bund bestand seit Ende des 14. Jahrhunderts um den nördlichen Oberrheins und umfasste Städte unterschiedlicher Größe, politischen Status‘ und Wirtschaftsstruktur.
Zunächst formierte sich nur innerhalb der ansässigen Zünfte der Widerstand gegen den signifikanten Einfluss der wandernden Gesellen in ihrer Stadt, dann auch der städtischen Magistrate.
Am 28. Juli 1421 erließen die betroffenen Städte Frankfurt, Mainz, Worms und Speyer eine gemeinsame Ordnung („Vn der dinstknechte wegen“), Weiterlesen